Fische
Die Fische (lat. Pisces) sind das zwölfte und letzte Zeichen des Tierkreises und umfassen den Zeitraum vom 19. Februar bis zum 20. März. Ihr moderner Herrscher ist Neptun, ihr klassischer Herrscher Jupiter; ihr Element ist Wasser, ihre Modalität veränderlich. Als Endzeichen des Winters und Schwelle zum Frühling verkörpern sie Auflösung, Mitgefühl und das Verschmelzen aller Gegensätze. Ihr Glyphe stellt zwei Fische dar, die durch ein Band verbunden, aber in entgegengesetzte Richtungen schwimmen. Mehr im Geburtshoroskop.
Ursprung & Mythos
Das Sternbild Fische wurde bereits in babylonischen Texten als SIM.MAH ("die Schwalbe") und A.NU.NI.TUM ("die Göttin Anunitum") erwähnt — zwei Wesen, die das Band bilden. Im griechischen Mythos verwandelten sich Aphrodite und ihr Sohn Eros in Fische, um vor dem Ungeheuer Typhon zu fliehen, und banden sich aneinander, um sich nicht zu verlieren — daher das Band des Glyphes. Astronomisch liegt aktuell der Frühlingspunkt im Sternbild Fische, was zu der Vorstellung des "Fische-Zeitalters" führte, das mit dem Beginn des Christentums (deren Symbol der Fisch ICHTHYS ist) zusammenfällt.
Der klassische Herrscher Jupiter verlieh den Fischen Weite und Glaubenssinn. Mit der Entdeckung von Neptun 1846 (in zeitlicher Nähe zur Geburt der Fotografie, des Spiritismus und des Sozialismus) wurde dieser zum modernen Herrscher — passend zum Charakter des Zeichens als Reich der Träume, der Mystik, der Auflösung der Ichgrenzen. Die Fische bilden den Übergang zwischen einem Tierkreis und dem nächsten: was am Ende ist, geht hier zurück in den Ozean, aus dem das Neue (Widder) wieder hervortauchen wird.
Eigenschaften & Schatten
Fische-Menschen gelten als einfühlsam, mitfühlend, künstlerisch, spirituell und grenzdurchlässig. Sie nehmen Stimmungen wie ein Schwamm auf, sind oft musikalisch oder bildnerisch begabt und besitzen ein natürliches Verständnis für das, was andere nicht sagen. Als veränderliches Wasserzeichen passen sie sich emotional an — manchmal so weit, dass sie nicht mehr wissen, wo sie selbst aufhören. Ihre Farbe ist Meeresgrün, Violett, Silbergrau; ihre Sphäre ist die Kunst, die Pflege, das Kloster, der Film, alles, was die Schwelle zwischen Wirklichkeit und Imagination berührt.
Im Schatten erscheinen Realitätsflucht, Selbstmitleid, Suchtanfälligkeit, Opferhaltung und das Fehlen klarer Grenzen. Die Fische können sich in Träumen verlieren, in Beziehungen aufgehen, in Substanzen versinken. Ihr polares Gegenüber ist die Jungfrau, die das Differenzieren und das praktische Maß vertritt — eine Achse zwischen Auflösung und Ordnung, zwischen Mystik und Methode. Reife in den Fischen heißt, das Mitgefühl in einer Form zu leben, die weder verschmilzt noch ertrinkt — das Boot zu bauen, ohne den Ozean zu leugnen.
In der Praxis
Im Geburtshoroskop zeigt die Sonne in den Fischen eine Identität, die sich über Hingabe, Mitgefühl und kreative oder spirituelle Tätigkeit verwirklicht. Mond in Fischen fühlt grenzenlos und braucht Rückzugsorte, um sich emotional zu sammeln. Aszendent Fische verleiht ein träumerisch-weiches Erscheinungsbild mit großen Augen und oft auffälligen Füßen — der Körperbereich der Fische sind Füße, Zehen und Lymphsystem. Berechne deinen Aszendenten für nähere Aussagen.
Das zwölfte Haus — den Fischen zugeordnet — regiert das Verborgene, das Unbewusste, Klöster, Krankenhäuser, Gefängnisse und alles, was sich der Welt entzieht. Wo Fische im Horoskop stehen, dort öffnet sich die Schwelle zum Unermesslichen. Aspekte des Neptun zu persönlichen Planeten erzeugen Inspiration oder Verwirrung; Jupiter-Aspekte verleihen Glaubensstärke. Klassische Sympathien haben die Fische mit den Wasserzeichen Krebs und Skorpion sowie mit den Erdzeichen. Tagesimpuls im Tageshoroskop.
Symbolische Tiefe
Im Tarot entspricht den Fischen die Karte Der Mond (XVIII) — die geheimnisvolle Landschaft mit Hund, Wolf und Krebs, der aus dem Wasser steigt. Beide Bilder teilen das Motiv der Schwelle, des Zwielichts, der Unterscheidung von Wahrheit und Täuschung. Die zwei Fische, die in entgegengesetzte Richtungen schwimmen, bezeichnen die Doppelnatur des Zeichens: Aufstieg und Rückzug, Inkarnation und Auflösung. In der kabbalistischen Zuordnung steht das Zeichen für den hebräischen Buchstaben Qoph, "Hinterkopf" — Symbol des unbewussten Zugangs.
Jung deutete den Fische-Archetyp als die oceanische Erfahrung, das Aufgehen des Ich in einem größeren Ganzen. Alchemistisch entspricht das Zeichen der Phase der fermentatio oder multiplicatio, in der das vollendete Werk sich auflöst, um zu einem neuen Kreislauf bereit zu sein. Das Christussymbol des Fisches gehört in dieselbe Linie: der Heiland als Verkörperung des grenzenlosen Mitgefühls. Wer Fische lebt, lernt: das Ende ist nicht das Ende, sondern eine Schwelle. Mehr Begriffe im Glossar und unter Astrologie.
Auch bekannt als
- Pisces
- Ichthys
- Wasserzeichen
- Endzeichen
- Doppelfisch